Was versteht man unter nächtlichem Schwitzen und welche Therapieformen gibt es für Betroffene?

Wenn es während des Schlafs auch bei gut belüftetem und kühlem Schlafzimmer zu extremem Schwitzen kommt ist guter Rat oft teuer. Nicht selten kommt es zu derart starken Schweißausbrüchen, dass Bettlaken und Matratze regelrecht druchtränkt werden. Der eingezogene Schweiß kann dabei äußerst unangenehm riechen, was zusätzlich als unangenehm empfunden wird.

Zu den medizinischen Ursachen von starkem Schwitzen in der Nacht gehören:


  • erblich bedingte Hyperhidrose (Hyperhidrosis)
  • Überreaktion der für das Schwitzen zuständigen Nerven (oftmals Sympathikus)
  • starkes Übergewicht (Adipositas)
  • hormonelle Störungen (z.B. in den Wechseljahren, nach einer Geburt, Schilddrüsenüberfunktion)
  • Stoffwechselstörungen/-umstellungen (z.B. Diabetes mellitus, Nahrungsumstellung oder - unverträglichkeiten, Aufgabe sportlicher Aktivitäten)
  • Blutdruckstörungen und Kreislaufprobleme
  • medikamentöse Nebenwirkungen sowie Alkohol, Drogen oder deren Entzug
  • Schlafbezogene Atemregulationsstörungen (Schlaf-Apnoe)
  • chronisch erhöhte Körpertemperatur
  • Infektionskrankheiten (z.B. Tuberkulose) oder Autoimmunerkrankungen (chronische Entzündungen z.B. Rheumatoide Arthritis)
  • Tumorerkrankungen (Lymphom, Leukämie)
  • Angststörungen und Panikattacken
  • falsche Ernährung (z.B. scharfes Essen, Mahlzeiten vor dem zu Bett gehen)
  • psychische Störungen (z.B. Stress, Probleme)

Da man viele Punkte selbst nicht ausschliessen kann sollte auf jeden Fall ärztlicher Rat eingeholt werden.

Besteht das Problem nicht nur in der Nacht sondern auch am Tage und tritt es an größeren Körperflächen auf könnte es sich um eine generalisierte Hyperhidrose (Hyperhidrosis) handeln. Schwitzen an einzelnen Körperregionen bezeichnet man dagegen als lokale Hyperhidrosis.

Soziale Auswirkungen

Nächtliches Schwitzen führt nicht selten zu sozialer Ausgrenzung. Selbt dem Schwitzenden vertraute Personen empfinden den Schweiß und den damit verbundenen Geruch als unangenehm - es kommt zu ablehnendem Verhalten, der Betroffene zieht sich zurück und gerät in einen Teufelskreis aus Angst vor dem Schwitzen, durch diese Angst bedingtes versstärktes Schwitzen, weitere Angst und noch extremerem Schwitzen. Depressionen und in Extremfällen sogar Lebensunlust können die Folge sein.

Therapieformen

Eine spezifische Therapie gibt es gegen Schwitzen in der Nacht leider nicht. Das nächtliche Schwitzen verschwindet meist nach Behandlung der zugrunde liegenden Erkrankung. Gegebenenfalls kann es ratsam sein, das Schwitzen an besonders stark schwitzenden Körperregionen zu unterbinden. Hier eignen sich in erster Linie besonders hautverträgliche Antitranspirante der 3. Generation.

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